Kunst-Mentoring ist ein Projekt von Künstlerinnen für Künstlerinnen. Träger seit der Modellphase 2004/05 ist das Kulturbüro Rheinland-Pfalz. Gefördert wird das Projekt aktuell vom Kulturministerium des Landes Rheinland-Pfalz.

Glückwunsch an Alexandra Deutsch: das Christa Möhring-Stipendium | 10. Mai 2014

Die Jury hat es sicher nicht leicht gehabt, auch wenn hinterher alle denken: natürlich geht das Stipendium, das von der Stadt Wiesbaden in diesem Zyklus zum Thema „Faszination Farbe“ ausgelobt worden ist, an Alexandra Deutsch, die mit ihren Objekten aus Papier und Textil das Thema ausdrucksstark und, so wie es aussieht, durchaus lustvoll bearbeitet. Der gut dotierte, mit einer Ausstellung und einem Katalog verbundene Preis erinnert an die große Kollegin Christa Möhring, die im vergangenen Jahr verstorben ist. Neben der konsequenten eigenen künstlerischen Arbeit hat sie sich bis ins hohe Alter für Kollegen und Kolleginnen eingesetzt, und so die Belange der Künstlerinnen und Künstler der Öffentlichkeit zu Bewusstsein gebracht. An ihr notwendiges, oft tatkräftiges Engagement erinnern wir uns mit dieser Preisverleihung und freuen uns auf die Ausstellung von Alexandra Deutsch – noch einmal: Herzlichen Glückwunsch!

 

On the Road – Künstler_innengespräch | 10. Mai 2014

Zur Finissage der gemeinsamen Ausstellung von Simone Demandt und Peter Riek im Wiesbadener Bellevuesaal am 27.04.2014 haben wir ein Werkgespräch der beiden mit Nicole Ahland und Dr. Anja Cherdron-Modig erlebt, das den Zusammenhang der ausgestellten Arbeiten zum jeweiligen Werk herstellt und gleichzeitig deutlich macht, wie sich manchmal fast von selbst, man möchte fast sagen aus einem inneren Zusammenhang heraus, eine Ausstellungsidee realisiert. Die Straße verbindet Simone Demandt und Peter Riek, die in künstlerischer Intention, Herangehensweise an Inhalte und Medien sowie Zuschauerfragenbeantwortung ihre Unterschiedlichkeit lebhaft zum Ausdruck gebracht haben, seit Studientagen. Getragen von persönlicher Wertschätzung für die Arbeit des anderen und Sympathie, war der Wunsch, gemeinsam auszustellen, über Jahre gewachsen, der Bellevuesaal konnte ihn erfüllen.

Für das Mentoring-Netzwerk war die Veranstaltung ein besonderes Highlight im 10. Jahr unserer Tätigkeit: nicht nur dass mit der Mentorin Simone Demandt eine renommierte Fotografin, die das Medium souverän in all seinen, oft schwierigen Dimensionen gründlich zu befragen weiß, zu Gast war. Immer wieder sind wir froh, dass die versierte Kollegin aus Baden-Württemberg unser Netzwerk mit Rat und Tat unterstützt. Einmal mehr hat sich gezeigt, dass die Netzwerke da zusammenwachsen, wo sie zusammen gehören, und Alexandra Deutsch, Mentorin der ersten und zweiten Projektrunde, hat als langjährige 2. Vorsitzende des Vereins über den Bellevuesaal-Verein informiert. Wieder gehört sie ebenso wie Nicole Ahland und Dr. Anja Cherdron-Modig dem Anfang des Jahres neu gewählten Vorstand an. Gemeinsam setzen sie die profilierte Ausstellungstätigkeit des Vereins fort, der sich konsequent an den Belangen der ausstellenden Künstlerinnen und Künstler orientiert. Tipp am Rand: bis 30.06.2014 kann man sich für Ausstellungen bewerben, gerne auch im Doppel, wie Simone Demandt und Peter Riek, nähere Infos auf der Website des Vereins.

Das blaue Band, Film zum Projekt von Ulli Böhmelmann | 6. Mai 2014

Im Mai 2011 hat Ulli Böhmelmann in Tscheljabinsk / Südural (RU) auf Einladung der Galerie OkNo drei ortsbezogene Installationen erarbeitet, eine davon im öffentlichen Raum: Blaues Band – im Pushkin Park. Gedichte von Alexander Pushkin, Eduard Mörike sowie von den zeitgenössischen Dichtern Grants und Tiffert sind mit dem blauen Band verwoben im Park zu sehen und zu hören gewesen, um die Kraft des Frühlings, von Aufbruch und Veränderung zu bündeln.

Das Making of ist jetzt bei Vimeo zu sehen, Ulli Böhmelmann schreibt dazu: „Nun endlich ist der Dokumentarfilm über mein russisches Ausstellungsprojekt Blaues Band, 2011 online. Ich freue mich, wer sich die Zeit nehmen kann, 31 Minuten Aufbau und Eröffnungen der Installationen sowie Impressionen der russischen Stadt Tscheljabinsk anzusehen.”

Aufruf zur Projektteilnahme: Equilibrium | 25. April 2014

Tanja Roolfs, Walpodenakademie Mainz, hat uns folgenden Projektaufruf gesendet. Sandarbh – Kontext – ist eine Künstlerinitiative aus Partapur / Rajastan, mit der in den vergangenen Jahren intensive Austauschbeziehungen enstanden sind, sowohl über die Kollegen_innen, die vor Ort in Indien gearbeitet haben – Brandstifter, Alexandra Deutsch, Cornelia Rößler, Tanja Roolfs – als auch über die Kunstvereine Bellevue-Saal und Walpodenakademie. – Wir wünschen ein gutes Zusammenkommen der Ideen, dem Projekt viel Erfolg:

Die Walpodenakademie Mainz lädt alle interessierten Künstler und Künstlerinnen herzlich ein, sich für EQUILIBRIUM, ein Aufenthaltsstipendium in Partapur/Indien zu bewerben. Dabei geht es darum, künstlerische Projekte in Zusammenarbeit mit Frauen-Selbsthilfegruppen und/oder Schulkindern vor Ort zu verwirklichen. Deadline ist der 15. Mai!

EQUILIBRIUM wird organisiert von Sandarbh in Zusammenarbeit mit dem Mainzer Kunstverein Walpodenstraße 21 e.V. und der NGO Beneshver Lok Vikas Sanasthan.

2015 wird es vorraussichtlich eine Präsentation der Ergebnisse in Mainz geben.

Alle weiteren Informationen unter http://www.kunstzwerg.net und theprojectequilibrium.wordpress.com

 

Diese Ausschreibung darf gerne weitergeleitet werden.

Exkursion: Museum Wiesbaden | 1. April 2014

Anlass zu einem erneuten Besuch im Wiesbadener Museum war die Ausstellung „Mona“ von Sabine Dehnel, eine Serie von Frauenportraits. In ihrer Figürlichkeit eine außergewöhnliche Position in diesem Haus der klassischen Moderne, für die es sich zu kämpfen lohnte, wovon Kurator Dr. Peter Forster überzeugt ist. Er hat „Mona“ in einer Doppelausstellung mit den großen Frauenportraits von Anselm Feuerbach konzipiert, nicht unumstritten aber höchst gelungen, so die Resonanz unserer Gruppe. Dass die „Nanna“-Bildnisse aufgrund der konservatorischen Erfordernisse den Kurator bisweilen über die Grenzen von Geduld und Budget gefordert haben, ist im Angesicht der weltweit angereisten, zum Teil sehr großformatigen Malerei unmittelbar nachzuvollziehen. Dass die zeitgenössischen Werke von ihren Urheberinnen und Urhebern meist persönlich vertreten werden, verortet die bekannten Reibungen im Verlauf der Ausstellungsvorbereitung direkt im Verhältnis zwischen Kurator und Künstler. Als Besucher der Ausstellung freuen wir uns, dass der schwarze Schwan, skulpturales Novum im Werk von Sabine Dehnel zu sehen war, und als der Handarbeit verpflichtete Frauen auch über das Kabinett, das einige der im Bild identitätsstiftenden Kleidungsstücke präsentiert. Das Gespräch über die Frau, den Künstler, die Künstlerin und die Muse würden wir mit dem Kurator und der Künstlerin zu günstiger Gelegenheit sehr gern fortsetzen.

Exkursion: Kunsthalle Mainz | 21. März 2014

Am 23.01.2014 haben wir die benachbarten Landeshauptstädte besucht: Auf Einladung von Thomas D. Trummer, der inzwischen vor über einem Jahr als Leiter der Kunsthalle nach Mainz gekommen ist, sind wir in der aktuellen Ausstellung „Monica Bonvicini – Sterling Ruby“ einer arrvivierten Kollegin begegnet, die vom Kurator wegen ihrer Widerständigkeit geschätzt wird und in einen Dialog mit Position und Person eines jüngeren Kollegen gesetzt wird, der offenbar von beiden über die Ausstellung hinaus als bereichernd erlebt wird. Das Nachdenken über die Räume der Kunsthalle und ihre Wirkung auf den Betrachter, über den Blick aus dem Fenster auf das ehemalige Hafengelände, die Entwicklung der Überlegungen zur kommenden Ausstellung, ihre zeitliche und örtliche Verankerung mit den Koordinaten der Kunsthalle geben einen Einblick in die kuratorische Tätigkeit, das Selbstverständnis und den Anspruch und die Zielsetzung der Arbeit von Thomas D. Trummer in Mainz. Das ermutigt durchaus zur angesprochenen Widerständigkeit der Kunst gegenüber dem Betrieb und zur Auseinandersetzung auf Augenhöhe – nicht zuletzt dafür herzlichen Dank. Die inzwischen eröffnete Ausstellung „Gueules cassés“ mit umfangreichem Begleitprogramm empfehlen wir zum Besuch im Internet und in Mainz.

Exkursion: Kunstraum am Limes, Hillscheid | 20. Februar 2014

Eine Station unserer Westerwald-Exkursion am 17.01.2014 führt uns nach Hillscheid zur Sammlung Ciesielski und stellt in unserem Programm eine Besonderheit dar: ein Sammler, der seinen Kunstschatz der interessierten Öffentlichkeit zeigen will und mit dem Kunstraum am Limes beeindruckende Präsentationsräume für die Werke geschaffen hat, zeichnet seinen Weg zur Kunst und mit der Kunst im persönlichen Gespräch nach. Der Sammler als Gegenüber des Galeristen und als Gegenüber des Künstlers erzählt unaufgeregt und beiläufig über Stars und Allüren, über regionale Künstler, Menschen also, die man aus dem richtigen Leben kennen kann – so dass Korrespondenzen in der eigenen Erfahrung überprüft werden können. Auch Dr. Ciesielski hat sich ausgiebig Zeit genommen, was wir ausgiebig in Anspruch genommen haben, ihm und seinen Mitarbeitern Thorsten Fries und Thilothama Thiyagaraja ebenfalls ein herzlicher Dank. Fast ist es, als hätten wir eine Oase auf dem Weg vom verwunschenen Bad Ems zur A3 entdeckt.

Exkursion: Schloss Balmoral, Bad Ems | 19. Februar 2014

Am 17.01.2014 sind Künstlerinnen des Mentoring-Projekts aus Köln, dem Rhein-Main-Gebiet und von der Mosel der Einladung nach Bad Ems gefolgt: Dr. Oliver Kornhoff und das Team des Künstlerhauses vor Ort haben das Stipendienprogramm des Landes, die Ausrichtung der Spitzenförderung vorgestellt sowie die Räumlichkeiten und Möglichkeiten der historischen Villa im einstigen Luxuskurbad. Auf dem Weg zum 2013 neu erschlossenen Ausstellungsraum in direkter Sichtachse zu Schloss Balmoral gelegen haben die Ortskundigen sich überzeugen können: Bad Ems ist besser dran als noch vor einigen Jahren, und auch die Kunst kann über den Standort Balmoral dazu beitragen, dass der Trend weiter aufwärts geht. Wir kommen gern wieder gucken. Unseren Gastgebern ein herzliches Dankeschön für einen erlebnisreichen Besuch dort, wo Rheinland-Pfalz seine nationalen und internationalen Gastkünstler/innen empfängt.
Für alle interessierten Kolleginnen und Kollegen der Tipp: die Bibliothekarin Natalyi Schenkmann betreut die umfangreiche Fachbibliothek, die dienstags und donnerstags geöffnet hat. Das Künstlerhaus empfiehlt sich außerdem je nach Auslastung für Kurzaufenthalte, die für einen Kostenbeitrag günstig zu realisieren sind, eine gute natur- und kunstnahe Arbeitssituation. Das Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm sei allen ans Herz gelegt, die Rheinland-Pfalz auf Kunstspuren erkunden. Katrin Vattes ist fachliche und organisatorische Ansprechpartnerin für die Fragen der Künstler und Künstlerinnen.

Reality Check im Kosmos der Ideen | 23. November 2013

Kaub im November – hier werden Wünsche wahr. Der kleine rechtsrheinische Ort am Mittelrhein hat uns sehr zuvorkommend aufgenommen in seiner Jugendherberge und uns zum Arbeiten die multifunktionale Stadthalle zur Verfügung gestellt. Beste Voraussetzungen für unser zweitägiges Netzwerktreffen, an dem für uns viele Wünsche in Erfüllung gegangen sind.
* Die Kollegen/innen – Künstlerinnen aus allen vier Mentoring-Runden, Netzwerkkollegen/innen und Vertreterinnen rheinland-pfälzischer Kunstinstitutionen – haben sich zur weiteren Zusammenarbeit in einem grundsätzlich offenen Netzwerk und zum Netzwerk als Plattform für kulturpolitische Einmischungen entschieden.
* Eindrucksvoll konnte die Qualitätsorientierung der Kollegen/innen bestätigt werden, Kunst-Mentoring darf als eingeführte Qualitätsmarke im Bereich Bildender Kunst angesehen werden. Wir hoffen, damit selbstverständlich für die Qualität der Kunst, darüber hinaus auch für die Qualität der Zusammenarbeit sichtbar zu sein.
* Mit den Kauber Steckbriefen haben wir uns ein sehr einfaches, bislang Papier-&-Bleistift-basiertes Tool geschaffen, das die Teilnehmer/innen des Treffens über die Kompetenzen des / der einzelnen Kollegen/in informiert sowie über ihr / sein Engagement im Netzwerk. Wir haben bereits viel Interesse und Zuspruch bekommen auch von denen, die nicht dabei waren. Es geht also vermutlich im nächsten Jahr weiter mit den Steckbriefen.
* Internationale Ausweitung des Mentoring-Netzwerkes ist seit Projektbeginn ein starkes Interesse der beteiligten Künstlerinnen  – wir haben in Kaub die Chance genutzt, diese Pläne in größerer Runde zu diskutieren, gemeinsame Anliegen zu fokussieren und mögliche Kontakte zusammen zu tragen.
* Eine erste Formulierung unserer Kulturpolitischen Beobachtungen und Desiderate ist diskutiert worden und nach dem Feinschliff im Nachgang zur Tagung nun Grundlage der weiteren Netzwerkarbeit.
* Besonders freuen wir uns über die Kooperationsangebote, die wir von den Vertreterinnen der Ausstellungshäuser erhalten haben.
* Wie immer haben in vielen sogenannten Nebenbei-Gesprächen Ideen, Informationen, Initiativen und Projekte zueinandergefunden, viele Fragen konnten beantwortet werden, manche vielleicht auch neu gestellt. Drei Kolleginnen haben das Plenum genutzt, um ein aktuelles Projekt vorzustellen.
* Ein großes Fragezeichen der Vorbereiterinnen galt der Einübung des legendären Künstler/innenfestes. Hat geklappt.
Ein großer herzlicher Dank an alle, die dabei waren, mitgemacht und mitgedacht, mitgearbeitet und mitgefeiert haben. Weiter so, Ihr Lieben, wir wollen nächstes Jahr das 10-jährige feiern!