Kunst-Mentoring ist ein Projekt von Künstlerinnen für Künstlerinnen. Träger seit der Modellphase 2004/05 ist das Kulturbüro Rheinland-Pfalz. Gefördert wird das Projekt aktuell vom Kulturministerium des Landes Rheinland-Pfalz.

Aufruf zur Projektteilnahme: Equilibrium | 25. April 2014

Tanja Roolfs, Walpodenakademie Mainz, hat uns folgenden Projektaufruf gesendet. Sandarbh – Kontext – ist eine Künstlerinitiative aus Partapur / Rajastan, mit der in den vergangenen Jahren intensive Austauschbeziehungen enstanden sind, sowohl über die Kollegen_innen, die vor Ort in Indien gearbeitet haben – Brandstifter, Alexandra Deutsch, Cornelia Rößler, Tanja Roolfs – als auch über die Kunstvereine Bellevue-Saal und Walpodenakademie. – Wir wünschen ein gutes Zusammenkommen der Ideen, dem Projekt viel Erfolg:

Die Walpodenakademie Mainz lädt alle interessierten Künstler und Künstlerinnen herzlich ein, sich für EQUILIBRIUM, ein Aufenthaltsstipendium in Partapur/Indien zu bewerben. Dabei geht es darum, künstlerische Projekte in Zusammenarbeit mit Frauen-Selbsthilfegruppen und/oder Schulkindern vor Ort zu verwirklichen. Deadline ist der 15. Mai!

EQUILIBRIUM wird organisiert von Sandarbh in Zusammenarbeit mit dem Mainzer Kunstverein Walpodenstraße 21 e.V. und der NGO Beneshver Lok Vikas Sanasthan.

2015 wird es vorraussichtlich eine Präsentation der Ergebnisse in Mainz geben.

Alle weiteren Informationen unter http://www.kunstzwerg.net und theprojectequilibrium.wordpress.com

 

Diese Ausschreibung darf gerne weitergeleitet werden.

Exkursion: Museum Wiesbaden | 1. April 2014

Anlass zu einem erneuten Besuch im Wiesbadener Museum war die Ausstellung „Mona“ von Sabine Dehnel, eine Serie von Frauenportraits. In ihrer Figürlichkeit eine außergewöhnliche Position in diesem Haus der klassischen Moderne, für die es sich zu kämpfen lohnte, wovon Kurator Dr. Peter Forster überzeugt ist. Er hat „Mona“ in einer Doppelausstellung mit den großen Frauenportraits von Anselm Feuerbach konzipiert, nicht unumstritten aber höchst gelungen, so die Resonanz unserer Gruppe. Dass die „Nanna“-Bildnisse aufgrund der konservatorischen Erfordernisse den Kurator bisweilen über die Grenzen von Geduld und Budget gefordert haben, ist im Angesicht der weltweit angereisten, zum Teil sehr großformatigen Malerei unmittelbar nachzuvollziehen. Dass die zeitgenössischen Werke von ihren Urheberinnen und Urhebern meist persönlich vertreten werden, verortet die bekannten Reibungen im Verlauf der Ausstellungsvorbereitung direkt im Verhältnis zwischen Kurator und Künstler. Als Besucher der Ausstellung freuen wir uns, dass der schwarze Schwan, skulpturales Novum im Werk von Sabine Dehnel zu sehen war, und als der Handarbeit verpflichtete Frauen auch über das Kabinett, das einige der im Bild identitätsstiftenden Kleidungsstücke präsentiert. Das Gespräch über die Frau, den Künstler, die Künstlerin und die Muse würden wir mit dem Kurator und der Künstlerin zu günstiger Gelegenheit sehr gern fortsetzen.

Exkursion: Kunsthalle Mainz | 21. März 2014

Am 23.01.2014 haben wir die benachbarten Landeshauptstädte besucht: Auf Einladung von Thomas D. Trummer, der inzwischen vor über einem Jahr als Leiter der Kunsthalle nach Mainz gekommen ist, sind wir in der aktuellen Ausstellung „Monica Bonvicini – Sterling Ruby“ einer arrvivierten Kollegin begegnet, die vom Kurator wegen ihrer Widerständigkeit geschätzt wird und in einen Dialog mit Position und Person eines jüngeren Kollegen gesetzt wird, der offenbar von beiden über die Ausstellung hinaus als bereichernd erlebt wird. Das Nachdenken über die Räume der Kunsthalle und ihre Wirkung auf den Betrachter, über den Blick aus dem Fenster auf das ehemalige Hafengelände, die Entwicklung der Überlegungen zur kommenden Ausstellung, ihre zeitliche und örtliche Verankerung mit den Koordinaten der Kunsthalle geben einen Einblick in die kuratorische Tätigkeit, das Selbstverständnis und den Anspruch und die Zielsetzung der Arbeit von Thomas D. Trummer in Mainz. Das ermutigt durchaus zur angesprochenen Widerständigkeit der Kunst gegenüber dem Betrieb und zur Auseinandersetzung auf Augenhöhe – nicht zuletzt dafür herzlichen Dank. Die inzwischen eröffnete Ausstellung „Gueules cassés“ mit umfangreichem Begleitprogramm empfehlen wir zum Besuch im Internet und in Mainz.

Exkursion: Kunstraum am Limes, Hillscheid | 20. Februar 2014

Eine Station unserer Westerwald-Exkursion am 17.01.2014 führt uns nach Hillscheid zur Sammlung Ciesielski und stellt in unserem Programm eine Besonderheit dar: ein Sammler, der seinen Kunstschatz der interessierten Öffentlichkeit zeigen will und mit dem Kunstraum am Limes beeindruckende Präsentationsräume für die Werke geschaffen hat, zeichnet seinen Weg zur Kunst und mit der Kunst im persönlichen Gespräch nach. Der Sammler als Gegenüber des Galeristen und als Gegenüber des Künstlers erzählt unaufgeregt und beiläufig über Stars und Allüren, über regionale Künstler, Menschen also, die man aus dem richtigen Leben kennen kann – so dass Korrespondenzen in der eigenen Erfahrung überprüft werden können. Auch Dr. Ciesielski hat sich ausgiebig Zeit genommen, was wir ausgiebig in Anspruch genommen haben, ihm und seinen Mitarbeitern Thorsten Fries und Thilothama Thiyagaraja ebenfalls ein herzlicher Dank. Fast ist es, als hätten wir eine Oase auf dem Weg vom verwunschenen Bad Ems zur A3 entdeckt.

Exkursion: Schloss Balmoral, Bad Ems | 19. Februar 2014

Am 17.01.2014 sind Künstlerinnen des Mentoring-Projekts aus Köln, dem Rhein-Main-Gebiet und von der Mosel der Einladung nach Bad Ems gefolgt: Dr. Oliver Kornhoff und das Team des Künstlerhauses vor Ort haben das Stipendienprogramm des Landes, die Ausrichtung der Spitzenförderung vorgestellt sowie die Räumlichkeiten und Möglichkeiten der historischen Villa im einstigen Luxuskurbad. Auf dem Weg zum 2013 neu erschlossenen Ausstellungsraum in direkter Sichtachse zu Schloss Balmoral gelegen haben die Ortskundigen sich überzeugen können: Bad Ems ist besser dran als noch vor einigen Jahren, und auch die Kunst kann über den Standort Balmoral dazu beitragen, dass der Trend weiter aufwärts geht. Wir kommen gern wieder gucken. Unseren Gastgebern ein herzliches Dankeschön für einen erlebnisreichen Besuch dort, wo Rheinland-Pfalz seine nationalen und internationalen Gastkünstler/innen empfängt.
Für alle interessierten Kolleginnen und Kollegen der Tipp: die Bibliothekarin Natalyi Schenkmann betreut die umfangreiche Fachbibliothek, die dienstags und donnerstags geöffnet hat. Das Künstlerhaus empfiehlt sich außerdem je nach Auslastung für Kurzaufenthalte, die für einen Kostenbeitrag günstig zu realisieren sind, eine gute natur- und kunstnahe Arbeitssituation. Das Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm sei allen ans Herz gelegt, die Rheinland-Pfalz auf Kunstspuren erkunden. Katrin Vattes ist fachliche und organisatorische Ansprechpartnerin für die Fragen der Künstler und Künstlerinnen.

Reality Check im Kosmos der Ideen | 23. November 2013

Kaub im November – hier werden Wünsche wahr. Der kleine rechtsrheinische Ort am Mittelrhein hat uns sehr zuvorkommend aufgenommen in seiner Jugendherberge und uns zum Arbeiten die multifunktionale Stadthalle zur Verfügung gestellt. Beste Voraussetzungen für unser zweitägiges Netzwerktreffen, an dem für uns viele Wünsche in Erfüllung gegangen sind.
* Die Kollegen/innen – Künstlerinnen aus allen vier Mentoring-Runden, Netzwerkkollegen/innen und Vertreterinnen rheinland-pfälzischer Kunstinstitutionen – haben sich zur weiteren Zusammenarbeit in einem grundsätzlich offenen Netzwerk und zum Netzwerk als Plattform für kulturpolitische Einmischungen entschieden.
* Eindrucksvoll konnte die Qualitätsorientierung der Kollegen/innen bestätigt werden, Kunst-Mentoring darf als eingeführte Qualitätsmarke im Bereich Bildender Kunst angesehen werden. Wir hoffen, damit selbstverständlich für die Qualität der Kunst, darüber hinaus auch für die Qualität der Zusammenarbeit sichtbar zu sein.
* Mit den Kauber Steckbriefen haben wir uns ein sehr einfaches, bislang Papier-&-Bleistift-basiertes Tool geschaffen, das die Teilnehmer/innen des Treffens über die Kompetenzen des / der einzelnen Kollegen/in informiert sowie über ihr / sein Engagement im Netzwerk. Wir haben bereits viel Interesse und Zuspruch bekommen auch von denen, die nicht dabei waren. Es geht also vermutlich im nächsten Jahr weiter mit den Steckbriefen.
* Internationale Ausweitung des Mentoring-Netzwerkes ist seit Projektbeginn ein starkes Interesse der beteiligten Künstlerinnen  – wir haben in Kaub die Chance genutzt, diese Pläne in größerer Runde zu diskutieren, gemeinsame Anliegen zu fokussieren und mögliche Kontakte zusammen zu tragen.
* Eine erste Formulierung unserer Kulturpolitischen Beobachtungen und Desiderate ist diskutiert worden und nach dem Feinschliff im Nachgang zur Tagung nun Grundlage der weiteren Netzwerkarbeit.
* Besonders freuen wir uns über die Kooperationsangebote, die wir von den Vertreterinnen der Ausstellungshäuser erhalten haben.
* Wie immer haben in vielen sogenannten Nebenbei-Gesprächen Ideen, Informationen, Initiativen und Projekte zueinandergefunden, viele Fragen konnten beantwortet werden, manche vielleicht auch neu gestellt. Drei Kolleginnen haben das Plenum genutzt, um ein aktuelles Projekt vorzustellen.
* Ein großes Fragezeichen der Vorbereiterinnen galt der Einübung des legendären Künstler/innenfestes. Hat geklappt.
Ein großer herzlicher Dank an alle, die dabei waren, mitgemacht und mitgedacht, mitgearbeitet und mitgefeiert haben. Weiter so, Ihr Lieben, wir wollen nächstes Jahr das 10-jährige feiern!

Im Wettbewerb: Hors les murs, Fribourg | 20. September 2013

Die Künstlerin Susanne Krell hat den Wettbewerb um die Gestaltung einer als Trennmauer zwischen Bischofspalais und Nonnenkloster entstandenen Wand für sich entscheiden können. Nach aufwändiger und präziser Vorbereitung konnte die Künstlerin die Arbeit in einer Woche im Juli vor Ort mit der Unterstützung einer Assistentin konzentriert realisieren. Heute Abend wird der Bischof von Fribourg Monseigneur Morerod Le Mur der Öffentlichkeit vorstellen. Wir gratulieren herzlich!

Die Diözese Fribourg informiert über den Wettbewerb (mit Bildern von der Arbeit vor Ort und Links zu Presse-, Radio- und Fernsehbeiträgen über das Projekt)

Exkursion Karlsruhe: Kunstverein und Kunsthalle | 4. Juni 2013

An einem sommerlichen Junitag sind Künstlerinnen im Südwesten zusammen gekommen, um den Badischen Kunstverein und die Kunsthalle Karlsruhe zu besuchen.
Continental Drift, die zweiteilige Ausstellung zur kanadischen Konzeptkunst der 60er und 70er Jahre ist uns von der stellvertretenden Direktorin des Kunstvereins Nadja Quante präsentiert worden, die außerdem bemerkenswerte Schlaglichter gesetzt hat auf Programm und Geschichte des Vereins sowie die Aufgaben, die mit der Pflege der Mitglieder dieser renommierten Institution verbunden sind.
Das Werk Leiko Ikemuras – Malerei, Zeichnung und Plastik – war in den Räumen der Kunsthalle zu sehen. Dass Prof. Pia Müller-Tamm nicht nur als Direktorin des Hauses, sondern auch als Kuratorin der Ausstellung mit uns gesprochen hat, war ein besonderer Glücksfall, denn so ist einiges von der Verbundenheit der Kunsthistorikerin mit dem Werk und der Person der Künstlerin und das Entstehen der Ausstellung an diesem Ort, in diesen Räumen deutlich geworden. Der Austausch mit einer zugewandten und kenntnisreichen Gesprächspartnerin, die die Anliegen der Kunst wirkungsvoll vertritt und dabei nicht aus dem Auge verliert, wie heutige Kunst entsteht, hat uns beflügelt.

Exkursion Köln: Werkvortrag und Ausstellungsbesuch | 6. Februar 2013

Der Einladung nach St. Peter in Köln sind Kollegen und Kolleginnen aus dem Netzwerk gefolgt: Künstlerinnen, die in der ersten oder einer späteren Runde im Tandem im Projekt dabei waren, solche, die das Netzwerk bislang nur virtuell im Internet kennen gelernt haben, ein Kollege, der als Partner einer Mentorin dem Projekt verbunden ist, eine Künstlerin, die von einer Kollegin unmittelbar vor der Veranstaltung von unserem Projekt erfahren hat. – Herzlich willkommen an alle interessierten Kollegen und Kolleginnen.

Mit ihrem Werkvortrag hat Nisrek Varhonja einen Überblick über gut 10 Jahre ihrer freien Tätigkeit als Malerin und Zeichnerin gegeben, die sechs Zyklen, die zu unterschiedlichen Zeiten begonnen, in ihrem je eigenen Rhythmus erarbeitet und abgeschlossen worden sind, haben Vielschichtigkeit und Komplexität plastisch gemacht. Die Ordnung innerhalb und die Bezüge untereinander, die sich der Künstlerin selbst in der Retrospektive erschlossen haben, spannen eine große Linie, die im kommenden Jahr mit Ausstellung und Buch abgeschlossen sein wird – und Raum für neue Ideen, Werkgruppen, Zyklen freigibt.

Im Gespräch mit P. Holter, dem Pfarrer der Gemeinde St. Peter und Christian Nitz, dem Ausstellungskurator von Projektionen, der Ausstellung von Judith Röder, ist einerseits noch einmal die Herkunft der Kunststation St. Peter zur Sprache gekommen, die Bedeutung des Kirchenraums für die Kunst, und die Bedeutung der Kunst für den nach wie vor von einer Innenstadtgemeinde mit einem hohen Anteil auswärtiger Gottesdienstbesucher andererseits reflektiert worden. Kurator und Künstlerin hat die jährliche Suche nach einem Weihnachtsbild für St. Peter zusammen geführt, daraus ist schnell die Idee zu einer gemeinsamen Ausstellung entstanden.