Empfehlungen aus dem Netzwerk

Lebenslinien

Wir möchten Lese- und Filmtipps weitergeben und starten hier erst einmal mit einer vorläufigen Liste. Wer eine Empfehlung ergänzen möchte, meldet sich einfach im Projektbüro. Wenn es zu unübersichtlich wird, sind Rückmeldungen ebenfalls herzlich erbeten!

Christine Straszewski war die erste, die uns bereits in der Modellphase des Projekts auf den Wert der Beschäftigung mit Lebensläufen von Kollegen und Kolleginnen aufmerksam gemacht hat. Damals haben wir Sendemitschnitte auf Video-Kassetten angeschaut, die Christine und andere für uns aufgenommen haben. Mit dem ersten Beitrag haben wir uns der Künstlerin Meret Oppenheim (zum Eintrag in der Wikipedia) gewidmet.

Buch- und Filmempfehlungen

E.1027 Eileen Gray und das Haus am Meer

Dokufiktion von Beatrice Minger und Christoph Schaub – Besprechung des Filmes bei ttt Titel Thesen Temperamente in der ARD Mediathek bis Oktober 2025 Empfehlung von Berit Jäger.

Das Mädchen im roten Mantel

Autobiografie der polnischen Autorin, Malerin und Bühnenbildnerin Roma Ligocka (Link zum Wikipedia-Eintrag; auch auf Youtube sind einige Beiträge mit ihr zu sehen), Empfehlung von Nathalia Grotenhuis.

Das gelobte Land

Spielfilm, Andrej Wajda (Regie), Polen, 1975 (Link zum Wikipedia-Eintrag), Empfehlung von Nathalia Grotenhuis (mehr Info unten).

Der Mann aus Marmor

Spielfilm, Andrej Wajda (Regie), Polen, 1977 (Link zum Wikipedia-Eintrag), Empfehlung von Nathalia Grotenhuis (mehr Info unten).

Der Mann aus Eisen

Spielfilm, Andrej Wajda (Regie), Polen, 1981 (Link zum Wikipedia-Eintrag), Empfehlung von Nathalia Grotenhuis (mehr Info unten).

A Room of One’s Own – Ein Zimmer für sich allein

Essay, Virginia Woolf, England, 1929 (Link zum Wikipedia-Eintrag),
Empfehlung von Stefanie Schmeink.

Nathalia Grotenhuis

Auf der Recherche nach eigenen kulturellen Wurzeln empfiehlt die niederländisch-polnisch-deutsche Künstlerin folgende Quellen:

Das Mädchen im roten Mantel

Autobiografie der polnischen Autorin, Malerin und Bühnenbildnerin Roma Ligocka (Link zum Wikipedia-Eintrag; auch auf Youtube sind einige Beiträge mit ihr zu sehen)
O-Ton Nathalia: „Leider beschränken sich die Rezensionen immer auf das erste Kapitel, ihre Zeit als Kleinkind im Krakauer Ghetto (in Anlehnung an den Film Schindlers Liste). Aber spannend wird’s danach. Sie beschreibt ihr Leben bis zur Jahrtausendwende, über ihre Kindheit in der jüdischen Schule direkt nach dem Krieg, ihr Leben als Jungsozialistin im Stalinismus, ihr künstlerisches Leben als Studentin in Krakau mit einem Untergrund-Theater gegen die politische Ordnung. Ihre Kontakte zu bekannten Theater-Regisseuren und Autoren und Künstlern und dann ihr Leben als Ehefrau eines berühmten Theaterregisseurs und ihr Sesshaftwerden im Westen – und zwar im tiefsten Bayern der 70er und 80er Jahre. Das Buch endet mit der Premiere des Films Schindlers Liste 1994 in Warschau. Sehr spannend!!!!“

Wie „Holocaust“ ins Fernsehen kam (Dokumentation zur amerikanischen Spielfilmproduktion, die 1979 in Deutschland ausgestrahlt wurde, auf Youtube)

Drei Spielfilme von Andrej Wajda (Regie)

Sehr spannende Filme – mehr dokumentarisch, obwohl die Charaktere fiktiv sind. Mit sehr vielen Original-Film-Ausschnitten aus dem damaligen polnischen Fernsehen. „Der Mann aus Eisen“ kam in der kurzen „freien“ Periode 1981 raus; wurde später aber direkt wieder zensiert. Von meiner Mutter habe ich dazu viele Infos bekommen – sie lebte zu der Zeit in Slubsk und war 1979 bereits bei Solidarnosz Mitglied, aber eher nicht so aktiv in erster Reihe, bevor sie 1981 vorübergehend nach Stockholm und 1983 nach Deutschland auswanderte. Sie hat mir (als Zeitzeugin) die Authentizität der Ereignisse in den beiden späteren Filmen bestätigt.

Hier noch ein kurzes Statement von Wajda auf Youtube über die Geschehnisse 1981, die im Film geschildert werden.

Das gelobte Land, Polen, 1975 (Link zum Wikipedia-Eintrag)
Industrialisierung in Lodz im 19. Jahrhundert (noch vor der Industrialisierung in England): es geht um gesellschaftspolitische Themen, auch Internationalität. Die drei Hauptcharaktere sind ein Deutscher, ein Pole und ein Jude, ohne Geld und mit dem großen Traum, eine eigene Textilfabrik zu bauen. Sehr guter Film – polnisch/deutsch mit englischem Untertitel

Der Mann aus Marmor, Polen, 1977 (Link zum Wikipedia-Eintrag)
Der Mann aus Marmor spielt im stalinistischen Polen der 1950er Jahre. Ein junger Bauarbeiter, Mateusz Birkut, wird angeworben, um einen Propagandafilm für die Arbeiter zu drehen. Gedreht werden die Arbeiten zu nova huta – einer neuen Siedlung ausserhalb von Krakau. Er wird ein großes Propaganda-Idol der Arbeiterklasse und überall portraitiert. Auf einer Baustelle wird ein Attentat auf ihn ausgeführt, sein bester Freund wird verdächtigt. Er kann nicht mehr arbeiten, und im Laufe des Films kann man seine zunehmende Kritik an dem System erkennen, bis er sich gegen das System stellt.
Der Film feierte 1977 in Polen Premiere, Vorführungen im Ausland waren allerdings verboten. 1978 wurde er unangekündigt bei den Filmfestspielen in Cannes aufgeführt und prämiert.
Film auf polnisch mit englischem Untertitel

Der Mann aus Eisen, Polen, 1981 (Link zum Wikipedia-Eintrag)
Weiterführung des Films „Der Mann aus Marmor“. Hier spielt der Sohn des Mateusz Birkut die Hauptrolle im Danzig von 1980. Nachdem der Sohn zuerst 1968 in der Studentenrevolte mitgewirkt hat, stirbt der Vater Mateusz Birkut im Arbeiteraufstand 1970. Der Film spielt in Danzig im Jahr 1980/81 zur Zeit des Streiks in Danzig. Der Sohn, Maciej Tomczyk, bricht sein Studium ab fängt als Arbeiter auf der Danziger Lenninwerft an. Er geht zu den Versammlungen der Solidarnosz und erlebt die kurzzeitige Wende 1981, bevor der Kriegszustand im Dezember 1981 ausbricht.
Film auf polnisch mit englischem Untertitel

Nach der Ausrufung des Kriegszustands in Polen im Dezember 1981 wurden beide Filme stark zensiert. Siehe dazu das Essay von Gaja Kornecka auf der Website der Universität Jena „Der Mann aus Eisen“ von Andrzej Wajda: Zensur der Kunst über die Freiheit