Hitzepol – das Festival

Zum Abschluss der Residenz „Hitzepol“ präsentierten die Kunstschaffenden ihre multimedialen Werke in der örtlichen ehemaligen evangelischen Kirche und bezogen sich dabei in Bedeutung und Form auf die Fragestellung des Projekts.
„Die Ausstellung und die performativen Aktionen der Künstler waren flüchtig und verschwanden mit der Ankunft des Abends des 30.07.2021 … Wir bedanken uns bei den Teilnehmer*innen der Residenz für ihr Engagement und die Gestaltung einer außergewöhnlichen Ausstellung“ sagt Stefan Mehrens, der für die Kooperation verantwortliche Kulturmanager am Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit. Und wir bedanken uns bei Stefan Mehrens und der Galeria Sztuki Współczesnej, die das Projekt vor Ort betreut haben, für die gute Kooperation und im Namen der Künstlerinnen für die Einladung nach Proskow.

* Roman Dziadkiewicz hat eine audiovisuelle Installation mit dem Titel „Ignis fatuus. (Gescheitertes Feuer)“ mit geradezu katastrophaler Dimension, die den unausweichlichen Untergang der Menschheit ankündigt, realisiert. Der Film, der zum dominierenden Element der Installation wurde, war mit Avataren gefüllt, die träge durch das Zentrum von Proskau und die nahe gelegene Pomologie wanderten. Die von beunruhigender Energie durchdrungenen Figuren wurden bedrückend gegenüber der Natur und der Menschheit; Grünflächen stehen in Flammen, und neben dem Marktplatz von Proskau bricht ein Vulkan aus.
* Diana Lelonek schuf eine ortsspezifische Installation „Wenn bloß die Insekten zurückkehren (Lied aus der Zukunft)“, die aus Objekten und einem speziell für diesen Anlass komponierten Film und Lied besteht. Die Aktion der Künstlerin füllte den Altarraum der ehemaligen Kirche aus. Lelonek lieh sich Exponate aus der ehemaligen Gartenbauschule in Proskau, die getrocknete Insekten, Samen und in chemische Substanzen getauchte Pflanzenzweige zeigten. Die Laborexponate erinnern an das Aussterben von Arten und an den mühsamen Versuch, sie auszurotten. Der gesamte Altarraum war von Klängen erfüllt, die eine nostalgische, feierliche Atmosphäre schufen, zusammen mit Worten aus der Zukunft, wenn die Insekten verschwinden werden – und wir sie nur noch vermissen werden.
* Judith Röder präsentierte eine performative Aktion und eine verbal-visuelle Aufnahme mit dem Titel „Das Wetter von Proskau“. Während der Vernissage las die Künstlerin Aussagen von Bewohner:innen der Region über das Wetter und seinen Einfluss auf ihr Leben – Interviews, die sie während ihres Aufenthalts gesammelt hatte. Die Menschen, denen sie begegnete, erzählten von ihren Kämpfen mit Stürmen, Wind und Überschwemmungen, von ihren Ängsten, Sorgen und Freuden, die das Wetter mit sich bringen kann. Die Aussagen waren auch Teil einer Ausstellung – sie wurden durch Fotos ergänzt und an den Wänden der Kirche ausgestellt.
* Julia Wenz-Delaminsky produzierte eine Performance, ein Video und stellte charakteristische Objekte unter dem gemeinsamen Titel „Elementare Bestandteile (Wasser, Luft und Zeit)“ aus. Zum Abschluss des Projekts lud die Künstlerin das Publikum ein, mit Wasser gefüllte Kugeln in den Händen zu halten, die im Laufe der Zeit und unter dem Einfluss der Wärme der menschlichen Hände durch speziell konstruierte Löcher freigesetzt wurden. Die Künstlerin hat auch ein Video gedreht, in dem sich der Himmel über Proskau in einem Spiegel spiegelt – eine Aktion, die eine Person, die auf den Pfaden der Pomologie spazieren geht, mit Vögeln verbindet, die über den Köpfen der Spaziergänger fliegen – sie hat in ihrem Projekt Erde und Himmel kombiniert. Während des gesamten Aufenthalts hat die Künstlerin die Temperatur und Luftfeuchtigkeit des Ortes gemessen, indem sie speziell konstruierte Hygrographen in der Kirche aufstellte. Diese Objekte wurden im endgültigen Ausstellungsraum als eigenständige Kunstobjekte aufgestellt.