Urbanität in Bearbeitung

Interdisziplinäres Ausstellungsprojekt | kuratiert von Barbara Auer und Gabriele Rasch
Katja von Puttkamer , Stephan Backes, Knut Eckstein, Sandra Köstler, Daniel Korwan (TU Berlin), Axel Timm (raumlaborberlin) und Ina Weber
Eröffnung 10.11.2021 um 19:00 Uhr Führungen durch die Ausstellung moderiert von den Kuratorinnen Barbara Auer und Gabriele Rasch am Samstag, 11.9.2021, 13:00 Uhr: mit Axel Timm, raumlaborberlin, Daniel Korwan, TU Berlin | Sonntag, 31.10.2021, 14:00 Uhr: mit Sandra Köstler und Katja von Puttkamer | Sonntag, 21.11.2021, 14:00 Uhr: mit Stephan Backes, Knut Eckstein und Ina Weber 2018 haben Zuschauer*innen des NDR-Satiremagazins Extra 3 Ludwigshafen zur hässlichsten Stadt Deutschlands gewählt. Tatsächlich steht die Chemiestadt am Rhein mit ihrer prekären städtebaulichen Situation modellhaft für viele andere mittelgroße deutsche Städte. In den 1970er-Jahren zählte Ludwigshafen zu einer der reichsten Städte Deutschlands. Ihren damaligen Wohlstand bezeugen groß angelegte Baumaßnahmen wie zum Beispiel der Neubau des Hauptbahnhofs, der als einer der modernsten seiner Zeit galt, oder das monumentale Rathaus-Center, das bis heute Wahrzeichen der Stadt ist. Ludwigshafen verschrieb sich, wie unter anderem auch Hannover, Kassel oder Köln, der Idee einer autogerechten Stadt. Die futuristisch anmutenden Hochstraßen beherrschen bis heute das Stadtbild. Die weiträumigen Flächen darunter: betonierte Brachen, toter Raum. Galt Ludwigshafen damals als absolut modern und zukunftsweisend, stehen heute die städtebaulichen Auswirkungen zunehmend in der Kritik. Hochstraßen und Brücken aus Stahlbeton sind, wie vielerorts, marode, das Rathaus-Center ist ein energetischer Sanierungsfall und der Hauptbahnhof, zum Regionalverkehr degradiert, obsolet. Ludwigshafen steht vor großen Herausforderungen: Abriss oder Erhalt? Der akute Handlungsbedarf bietet jedoch auch die Chance, urbanen Raum neu zu denken, zu verhandeln und zu gestalten und damit aktuellen Anforderungen in Hinblick auf Klima, Mobilität und Ökonomie gerecht zu werden. Die Ausstellung Urbanität in Bearbeitung versteht sich als interdisziplinäres Projekt, das aus unterschiedlichen Perspektiven diese städtebauliche Umbruchsituation untersucht und die damit verbundenen ästhetischen und sozialen Fragen thematisiert. Fünf Positionen zeitgenössischer Kunst – Katja von Puttkamer (Malerei), Sandra Köstler (Fotografie), Stephan Backes (Video), Ina Weber (Skulptur) und Knut Eckstein (Installation) – beschäftigen sich mit spezifischen Entwicklungen des urbanen Raums in Ludwigshafen und den daraus resultierenden kulturellen und politischen Implikationen. Flankierend dazu zeigen Pläne und Modelle von Architektur Studierenden der TU Berlin zukunftsweisende Ansätze, wie in Zeiten von Ressourcenknappheit vorhandene Bauten – Hochstraße Nord und Rathaus-Center – nachhaltig und kreativ umgenutzt werden können. Das Architektenkollektiv raumlaborberlin entwickelt in Zusammenarbeit mit den Studierenden ein spektakuläres Ausstellungsdesign, das die verschiedenen Medien zusammenführt und die Besucher*innen zur Interaktion animiert. Sie greifen dafür verschiedene Architekturentwürfe auf und übersetzen diese in eine begehbare Rauminstallation. Als Bestandsaufnahme und Neuorientierung mit Blick auf die Visionen von einst möchte die Ausstellung zum aktuellen Diskurs über den urbanen Raum beitragen und Politik und Bürger*innen mit einbeziehen.
Ausstellungsdauer von 11.09.2021 bis 21.11.2021Öffnungszeiten dienstags bis freitags 12:00 Uhr bis 18:00 Uhr, samstags, sonn- und feiertags 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Ausstellungsort

Kunstverein Ludwigshafen am Rhein e. V.Halle / StudioBismarckstraße 44 – 4867059 Ludwigshafen
Telefon: ++49.6 21.52 80 55www.kunstverein-ludwigshafen.de