Fünf Runden Mentoring

Fünf sehr unterschiedlich geprägte Mentoring-Runden haben wir seit Projektbeginn 2004 durchgeführt:
R1 ist unsere Modellphase 2004/05 mit Abschluss in Trier,
R2 nach der systematischen Auswertung folgt die zweite Runde 2007/08 mit Abschluss und Ausstellung in Mainz,
R3 die dritte Runde 2009/10 Ausstellungsreihe und Abschluss in Brüssel,
R4 im Jahr 2011/12, das Netzwerk reicht weit über Rheinland-Pfalz hinaus, Reisen, Ausstellungen und Veranstaltungen prägen das Programm.
R5 sieben Mentorinnen, acht Mentees und drei Peer Mentoring-Teilnehmerinnen haben sich auch nach dem Projektabschluss noch einiges gemeinsam vorgenommen

R1_Modellphase
Unerwartet unkompliziert haben sich nach der öffentlichen Ausschreibung des Modellprojekts 16 Tandems zur Zusammenarbeit gefunden.
R1_Matching
Im Februar 2004 haben sich die Mentorinnen zu einer ersten Vorauswahl der Mentees anhand der schriftlichen Bewerbungen und Arbeitsproben getroffen. Die Entscheidung zur Zusammenarbeit ist nach dem persönlichen Kennenlernen im Sinne einer gegemseitigen Auswahl getroffen worden. Denn die Frage, ob die Chemie stimmt und ob die Erwartungen an die Zusammenarbeit zusammen passen, müssen beide Künstlerinnen – Mentorin und Mentee – positiv beantworten.
R1_Planung der Zusammenarbeit
Die Tandems erhalten zu Beginn der Zusammenarbeit eine förmliche Vereinbarung, die inhaltliche und organisatorische Fragen der Zusammenarbeit anspricht. Mentorin und Mentee haben in allen Bereichen der Zusammenarbeit selbstverständlich völlige Gestaltungsfreiheit. Auch der Umgang mit dem Vereinbarungsformular ist den Künstlerinnen frei überlassen, es soll jedoch dazu anregen, die Phase der Zusammenarbeit zu planen und die gegenseitigen Erwartungen zu formulieren, so dass die Möglichkeit von Enttäuschungen und Missverständnissen verringert wird.
Es steht den Tandems frei, die Vereinbarung als Anregung zum gemeinsamen Gespräch zu betrachten oder sie schriftlich oder mündlich auszuformulieren.
R1_Aktivitäten der Tandems
Gegenseitige Atelierbesuche werden genutzt, um Feedback auf die Arbeit aber auch auf das eigene Auftreten zu erhalten, um mittelfristige Pläne zu besprechen und Tipps auszutauschen. Themen wie Bewerbungspraxis, Gestaltung der eigenen Präsentationsunterlagen, Verhandlungsführung und die Empfehlung geeigneter Wettbewerbe und Stipendien sind an der Tagesordnung. Je nach individuellem Arbeitsgebiet unternehmen die Tandems gemeinsame Ausstellungsbesuche, im Einzelfall auch mehrtägige Kunstreisen zu speziellen Anlässen.
Mentorinnen bieten ihren Mentees die Gelegenheit, Arbeiten in ihren eigenen Räumen zu zeigen, gemeinsame Ausstellungen mehrerer Tandems waren bereits zu sehen. Ein Ausstellungs-Projekt hat sich in Zusammenarbeit mit dem Schriftstellerverband Rheinland-Pfalz entwickelt und bietet allen Teilnehmerinnen unseres Netzerks die Gelegenheit, sich zu beteiligen.
R1_Evaluation der Modellphase
Nach einer eingehenden anonymen schriftlichen Befragung der Teilnehmerinnen werden die Rahmenbedingungen des Kunst-Mentoring überarbeitet. Professionelle Arbeitsbedingungen einzufordern und mitzugestalten im freien Feld der Bildenden Kunst wird als wesentliche Aufgabe der Künstlerinnen im Projektzusammenhang benannt, Unterstützung durch das Projekt sowie untereinander als wesentlicher Vorteil für die gemeinsamen Anliegen.

R2_klein und fein
In einer relativ kleinen Besetzung ist die zweite Mentoring-Runde 2007 an den Start gegangen: sechs Mentees und sechs Mentorinnen haben sich im Tandem und in der Peer Group gegenseitig beraten, ausgetauscht und unterstützt. Die Dokumenta war internationaler Höhepunkt, eine Ausstellung der Mentees im Abgeordnetenbürohaus auf Einladung von Manfred Geis, Vorsitzender des Kulturausschusses im Landtag, hat die Runde im November 2008 beschlossen. Schöner After effect: Ankauf einer Arbeit von jeder Mentee für die Landessammlung.

R3_Brüsseler Spitzen
Die Tandems der dritten Projektrunde stellen im Rahmen einer Kooperation mit der rheinland-pfälzischen Vertretung beim Bund und der Europäischen Union in den Räumen an der Avenue Tervuren, direkt am Jubelpark gelegen, aus.
Den Auftakt haben die beiden Zeichnerinnen Cony Theis und Monika Schneider gemacht: im Dezember 2009 ist die Ausstellungsreihe mit Arbeiten des Tandems eröffnet worden. Eine große, wandfüllende gemeinsame Arbeit ist zu diesem Anlass entstanden. Die Reihe ist über den Jahresverlauf 2010 fortgesetzt worden.
Zum Abschluss der dritten Mentoring-Runde im Januar 2011 hat die Landesvertretung zur Diskussion „Brauchen Frauen Mentoring?“ eingeladen. In der Tat konnten wir feststellen, nicht nur in Kunst und Kultur Arbeitsfeldern gestaltet sich das Verhältnis von Frauen und Männern ungleich, und auch in anderen Arbeitsfeldern leistet Mentoring einen Beitrag, damit gut und erfolgreich umzugehen.

R4_Von Kaub bis Berlin
Atelierbesuche, Workshops, Exkursionen

Die vierte Runde Mentoring ist im Juli 2011 zum ersten Mal zusammengekommen – auf Rat der Kolleginnen der dritten Runde war ein gemeinsames Wochenende Auftakt, Kennenlernen am Binger Skulpturenufer, Tagung in der Jugendherberge Kaub, mitten im rheinland-pfälzischen Welterbe. Das Programm ist geprägt von gemeinsamen Reisen zu den Standorten der Kolleginnen: Berlin im Herbst zur Messezeit, Open Doors Frankfurt, wo die gut 20 Teilnehmerinnen gemeinsam ausgestellt haben. In Mainz ist die vierte Runde im Landesmuseum im November 2012 zu Ende gegangen. Der Wermutstropfen, den die Absage der Frauenministerin für eine weitere Förderung des Projekts bedeutet, führt dazu, dass die Aktivitäten eingeschränkt werden müssen.

R5_Boxenstop
Eine große Runde von elf Mentees, davon drei Peer Mentoring Teilnehmerinnen, und sieben Mentorinnen ist im Jahr 2015 an den Start gegangen, die Künstlerinnen haben gemeinsam Praxisprojekte entwickelt, eine modulare Print-Präsentation und die Kollektion „11“ sind zum Abschluss der Projektzeit im November 2016 öffentlich präsentiert worden. Im Jahr 2017 folgen zwei gemeinsame Ausstellungen.